Heine im Salon
Schlage die Trommel und fürchte dich nicht
Im Salon einer Villa in Götzenhain präsentierte der Heinrich-Heine-Club Offenbach am 28. Mai 2015 seine Lesung Schlage die Trommel und fürchte dich nicht.
Vor ca. 60 Gästen rezitierten die Schauspielerinnen Ulrike Happel und Sabine Scholz vom Offenbacher Theaterensemble Bleichstraße 14H sowie Marcus P. und Günther Diehl vom Heine-Club aus den Werken Heines.
Die weltweit bekannte Gitarristin Heike Matthiesen bereicherte die Lesung mit Intermezzi aus der Zeit der Romantik sowie mit zeitgenössischen Stücken.
Geliebt und verhasst waren Heines Spott, seine Satire und sein Zynismus gegenüber den politischen Verhältnissen und seinen Zeitgenossen. Mehrfach wurden Heines Schriften verboten. So 1843 in Preußen, Österreich und Bayern. 80 Jahre nach seinem Tode ließen die Nazis seine Bücher verbrennen. Nur ein einziges Gedicht Die Lorelei wurde in einem Volksliederbuch der Nazis wegen seines Bekanntheitsgrades mit aufgenommen und mit dem Vermerk versehen: Dichter unbekannt (wissenschaftlich nicht belegt).
Die Lesung spiegelte Heines Bestreben als Dichter im Geiste des Humanismus und der Demokratie wider, eines Dichters, der für soziale Gerechtigkeit und ein Himmelreich auf Erden eintrat.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

