Drahtseilakt zwischen Popo und Pipi
Christian Wirmer präsentiert Leonce und Lena von Georg Büchner
Christian Wirmer inszenierte Leonce und Lena von Georg Büchner mit seinen Scherenschnittfiguren.
Das Theaterstück wurde von Georg Büchner 1836 geschrieben. Erst 1895 wurde es uraufgeführt. Denn unter dem Deckmantel eines Lustspiels verbirgt sich eine Polit-Satire, die die damalige Ständeordnung kritisierte. Der Protagonist der Komödie ist der verträumte Prinz Leonce aus dem Land Popo, der sich zutiefst langweilt bis er Prinzessin Lena aus dem Land Pipi auf seiner Flucht vor einer Zwangshochzeit nach Italien begegnet. Prombt läuft er der Versprochenen unwissend in die Arme. Die beiden verlieben sich und Leonce fügt sich damit in das vom Vater vorherbestimmte Schicksal.
Virtuos verstand es Christian Wirmer bei exakter Texttreue die Sehnsüchte und Melancholie dieser beiden Figuren in seine Darbietung zu transportieren. Gerade durch die Scherenschnittfiguren, die Wirmer in seinem Spiel einsetzte, konnte sich die Dynamik des Stücks entfalten, obwohl der Schauspieler alleine auf der Bühne stand.
Gebannt folgte das - zeitweilig eingebundene Publikum - seinen Darbietungen.
Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club Offenbaceh e.V.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

