Ikh bin a kleyner dreydl
Platz der vergessenen Kinder
Ich bin ein kleiner Dreidel
Der jiddische Titel Ikh bin a kleyner dreydl der Skulptur (Bronze) von Filippa Petterson ist der Anfang eines Kinderliedes. Das Denkmal steht auf dem Platz der vergessenen Kinder. Platz, Skulptur und Informationstafel erinnern an das ehemalige Jüdische Kinderhaus in der gegenüberliegenden Hans-Thoma-Straße 24. Es erinnert insbesonder an die Kinder und Betreuer, die während der Nazidiktatur verfolgt, deportiert und ermordet wurden.
Der dreydl - Dreidel ist ein Kinderspielzeug. Noch immer spielen Kinder während des Lichterfestes Hannukah dieses Spiel - ein Glücks- kein Geschicklichkeitsspiel. Leider geht aus der Informationstafel nicht hervor, dass in die untere "Dachfläche" Namen der Kinder eingeritzt sind.
Ausführliche Information liefert die Dokumentationzu vom NS-Staat verfolgten Personen im Frankfurter Kinderhaus der Weiblichen Fürsorge e. V. Hans-Thoma-Straße 24 (PDF 3 MB).
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- Übersicht - Holzskulpturen am Mainufer in Dörnigheim
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Inschrift der Tafel:
Ikh bin a kleyner dreydl,
gemakht bin ikh fun blay.
Ich bin ein kleiner Dreidel,
ich bin gemacht aus Blei.
In der gegenüberliegenden Hans-Thoma-Straße 24 befand sich seit 1919 das Kinderhaus des "Vereins der Weiblichen Fürsorge - Israelitischer Frauenverein zur Förderung gemeinnütziger Bestrebungen". Zunächst nahm es bedürftige, zumeist jüdische Kinder vom Säuglingsalter bis zum sechsten Lebensjahr auf. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gaben Eltern, die durch die wachsende antisemitische Verfolgung in Not geraten waren oder sich auf die Flucht vorbereiteten, ihre Kinder dort in Obhut. Ein Großteil der hier lebenden Kinder sowie ihrer Betreuerinnen und Betreuer wurden in die Konzentrations- und Vernichtunglager doportier. Nur wenige überlebten.
Am 15. September 1942 wurde eine Gruppe von 43 Kindern gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Betreuern ins Ghetto Thereseienstadt deportiert. Das letzte jüdische Kinderhaus in Frankfurt am Main wurde kurz darauf geschlossen. Sehr viele Schicksale sind bis heute unbekannt.
Auf Anregung der "Initiative Jüdisches Kinderhaus Hans-Thoma-Straße 24" entstand die Idee zu diesem Denkmal, das allen Kindern des Hauses und denen, die für ihr Wohlergehen gesorgt haben, gewidmet ist.
Das Denkmal wurde von der Künstlerin Filippa Pettersson entworfen und ging 2016 aus einem Wettbewerb hervor.
Die Skulptur ist angelehnt an die Form eines Dreidels. Das Spiel mit dem Dreidel ist ein traditionsreiches Kinderspiel zum achttägigen Lichterfest Chanukka. Der Dreidel ist ein kleiner Kreisel mit vier Seiten, auf denen im Original jeweils ein hebräischer Buchstabe zu sehen ist.
Frankfurt am Main, April 2017

