Gedichte und Geschichten über Frauen, für Frauen und gegen Frauen
Literatur und Musik mit Oskar Mürell und Sarah Elisabeth Burow
"Geschichten ohne Frauen sind wie Maschinen ohne Dampf", so äußerte sich einst der russische Schriftsteller Anton Tschechow. Und so wird fleißig geschrieben über das weibliche Geschlecht und kaum ein Dichter kann es lassen sich zu äußern, mal respektvoll, mal herablassend. Bei der Auswahl der Gedichte und Geschichten bemühte sich Oskar Mürell für seine szenische Lesung redlich um Ausgewogenheit in puncto "Pro und Contra Frauen".
Zum Tragen kamen makabre Schilderungen über eine explodierte Verlobte und so mancherlei Weisheiten über das "Weib". Bissige Töne der Österreicherin Maria Jenitschek wurden im feinsten Wiener Schmäh von Mürell vorgetragen. Amüsant wurde es auch bei der Geschichte des hessischen Mundartdichters Gerd Grein vom "Schneewittche", das aus Frankfurt stammt und von einem Offenbacher Prinzen(!) errettet wurde.
Rezitiert wurden außerdem bekannte und weniger bekannte Texte von Lessing, Ringelnatz, Greflinger, Busch, Morgenstern, Goethe und natürlich auch Heine.
Musikalisch wurde die Lesung von Sarah Elisabeth Burow an der Harfe begleitet. Ihr Repertoire reicht von südamerikanischen und keltischen Liedern über moderne Popmusik bis hin zu Musicalsongs.
Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club Offenbach am 14.12.2015.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

