Der Kartoffelkäfer und die Sehnsucht
Ein Akkordeon erzählt von Tango, Musette und Klezmer
Cordula Sauter
In seiner ersten Veranstaltung des neuen Spielplans 2019 konnte der Heinrich-Heine-Club Offenbach am 28. Januar 2019 eine Akkordeonistin präsentieren: Cordula Sauter begeisterte vor vollem Haus mit Der Kartoffelkäfer und die Sehnsucht. Sie erinnerte mit ihren Liedern und Geschichten auch daran, dass Migration schon jahrhundertelang durch Verfolgung, Krieg, Elend und Hunger verursacht wird.
Tango, die leidenschaftlichste Musik Lateinamerikas. Musette, deren „Java-“ Lieder, schnell gespielt, eine Leichtigkeit des Lebens vermitteln. Und Klezmer, die Musik der osteuropäischen Juden, deren Abfolge in Dur und Moll die Polarität im jüdischen Volk ausdrückt: Das Leben ist schwer, aber lasst uns dennoch ein Fest feiern. Diese drei musikalischen Stilrichtungen bilden die Grundlage von Cordula Sauters Soloprogramm, in der es um die Schicksale von drei Frauen in Europa vor etwa 120 Jahren geht: Der Kartoffelkäfer sorgt für Hunger, der Krieg nimmt den Frauen ihre Männer, in Russland gibt es Pogrome gegen Juden. Die individuellen Geschichten dieser Frauen werden miteinander verwoben und getragen von der Musik.
Jeder dieser Geschichten gibt Cordula Sauter mit ihrem Akkordeon ihre persönliche Note. Alle Frauen sind stark und geben in ihrer schwierigen Situation nicht auf.
Spielerisch und unterhaltend verbindet Cordula Sauter in diesem Programm erzählerische und schauspielerische Elemente mit der Musik. Augenzwinkernd nimmt sie das Publikum mit in die Welt um die vorige Jahrhundertwende, auf eine musikalische Reise in drei Länder auf verschiedenen Kontinenten. Vor den Augen der Zuschauer entstehen so Lebensbilder, die von Liebe, Vertrauen und Sehnsucht handeln.
Weitere Informationen: www.cordula-sauter.de.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

