Puppentheater für Erwachsene - Wolfsfrau Projekt
Wenn die Knochenmännchen klopfen...
Faszination und Konzentration herrschten im Publikum beim (Knochen)-Puppentheater für Erwachsene. Die Solopuppenspielerin Christiane Klatt leitete Puppe und Knochenfiguren gekonnt über die Minibühne. Gekonnt auch die Musik.
Mitgewirkt haben an dieser Inszenierung:
- Regie: Susanne Henke
- Musik: Felix Kroll
- Figuren: Silvia Eisele (Tischfigur), Christiane Klatt
- Ausstattung: Christiane Klatt, Sophie Yarde-Buller
- Produktionsassistenz: Sophie Yarde-Buller
Eine Frau mittleren Alters hat sich in ihrem Leben eingerichtet, alles ist geordnet, so soll es sein. Bis sich an einem ganz normalen Tag etwas zu regen beginnt...
In der Aufführung des puppen.etc Theater wird das Entdecken verstreuter Knochen nachvollzogen, bis zur Vollständigkeit und Wiederbelebung. Dieses Knochensammeln stammt aus dem Mythos der Wolfsfrau, wie ihn Clarissa Pinkola Estes in ihrem gleichnamigen Buch nacherzählt. Quelle der Inspiration war die Sage von La Loba, die Wolfsfrau oder Knochenfrau. Sie sucht Wolfsknochen, bis sie ein vollständiges Skelett schön säuberlich wieder zusammen setzen kann. Es ziehen sich langsam wieder Fleisch und Haut über die Knochen, der Schwanz beginnt zu zucken und der Wolf beginnt zu atmen. Dann springt er auf und läuft davon, am Horizont nimmt er die Gestalt einer Frau an.
Das Stück versteht sich als ein Angebot, wie eine Ganzheit wiedererlangt werden kann und es dabei um ein aktives Suchen, um Konfrontation, um Einlassen und Loslassen geht.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

