Adler.Werke.Katzbach

Adler.Werke.Katzbach

Das Konzentrations-Außenlager in den Adlerwerken mit dem Decknamen „Katzbach“ bestand von August 1944 bis März 1945. Es war eines der zahllosen Außenlager, mit denen das NS-Regime dem Mangel an Arbeitskräften am Ende des Kriegs zu begegnen suchte. Diese Außenlager spiegeln zugleich den Widerspruch zwischen dem fortgesetzten Vernichtungsplan der SS und der Notwendigkeit von Arbeit für die Rüstung des untergehenden NS-Regimes: Vernichtung durch Arbeit, Auspressen der letzten Kräfte, Verschleiss zum Tod, der das Ziel war. Das Lager Katzbach war eines der am mörderischsten und zugleich eines der am längsten verschwiegenen dieser Lager. Unsere Produktion reiht sich ein in die Bemühungen der Stadtgesellschaft, diesen dunklen Ort der Stadtgeschichte zu erhellen und im Gedächtnis lebendig zu halten, auch mit den Mitteln der Kunst.​ (Adler.Werke.Katzbach)

auschwitz oder ein anderes konzentrationslager auf die bühne zu bringen ist unmöglich, sagte peter weiss und schrieb ein oratorium in 11 gesängen über den auschwitzprozess aufnehmend den gang des dante ins inferno. das katzbachstück bringt den schrecken des lagers auf die bühne ohne ihn direkt zu zeigen – es ist kein re-enactement. es berichtet von ereignissen ohne die gewissheiten des dokumentarischen. es führt nicht die anklage eines tribunals. es spricht in unvereinbaren sprachen - der des berichts, der täter ohne schuld, der poesie. die opfer dagegen sind stumm: die den tiefsten abgrund berührt haben sprechen nicht (primo levi). von ihnen wird gesprochen, ihrem leiden nähern wir uns an, umkreisen es, beschreiben es, ohne es zu erreichen. 

die inszenierung spielt den raum und die zeit des terrors. sie spielt die formen des terrors, spiegelt sie in sprachlicher vielfalt, in ferne und nähe, im schweigen und den geräuschen, in aktionen und gängen, im klagelied eines akkordeon, in klängen und den bewegungen der stimmen. 

Gerhard Müller-Hornbach: Meine Komposition „Suche/Annäherung - hoffnungslos“ für Akkordeon solo umkreist in 10 Variationen den mittelalterlichen polnischen Hymnus „BOGURODZICA“, ohne dass dieser jemals fassbar/hörbar wird: eine ziellose, verzweifelte Suche.

Proben
Saviye Can signiert

Rose & Nachtigall

Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can

Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.

Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)

Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club -  verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.

Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:

Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.