Stieleiche am Waldrand bei Fladungen

Die Stieleiche bei Fladungen am Waldrand im Henneberger Bergland hatte 2008 einen Umfang von 4,85 Metern. Wegen des umfangreichen Gebüsches um den Stamm herum konnte 2018 keine Messung durchgeführt werden. Vielleicht werden die zuständigen Behörden dieses Naturdenkmal ja mal wieder pflegen und ihm damit ein längeres Leben gewähren. Das Keimdatum dürfte um 1750 liegen. Die Stieleiche hat damit ein Alter von ca. 270 Jahren. Die Vitalität ist stark beeinträchtigt. Es gibt tote Kronenäste, die wohl mehrmals in der Vergangenheit beschnitten wurden. An mehreren Stellen wachsen Baumpilze. Ein großer Teil des Stammes ist borkenfrei und stellenweise bereits morsch.

Wüstungen im Henneberger Bergland

Die Die Stieleiche bei Fladungen hat ihren Standort am Rande der ehemaligen Wüstung Kotzenliten. Die meisten der hoch- und spätmittelalterlichen Siedlungen sind im 14. und 15. Jh. wüst gefallen. Darunter auch Kotzenliten. Dafür gab es vielfältige Gründe:

  • Ausklingen der mittelalterlichen Warmphase verschlechterte die Bedingungen (Bundsandsteinböden)
  • Pestkatastrophe von 1347/48
  • Politische Auseinandersetzungen zwischen den Hennebergern, der Abtei Fulda und dem Hochstift Würzburg.

Auf den Flächen der Wüstung Kotzenliten entstanden später die Fladunger Bürgeräcker. Sie bestanden bis in die 1960er Jahre. Die sogenannten Sandäcker wurden an frisch vermählte Fladunger Bürger vergeben. Sie sollten eine gewisse Grundversorgung sicherstellen. Meistens gab es zwei Äcker - einer davon besser, der andere schlechter. Jeweils am Karfreitag wurden die Äcker verlost. Gezahlt wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Pacht von 7,50 Reichsmark.

Die Bürgeräcker waren mit Bürgerpflichten verbunden. Z.B. mussten für den Wegebau Steine geklopft werden, Brennholz zum Pfarrhaus, zur Kirche oder zur Schule gefahren werden. Darüber hinaus wurden die Pächter als Fahnenträger und Himmel-(Baldachin)Träger bei Prozessionen angefordert.

Quelle: Infotafel neben der Eiche

Fotos
Stieleiche bei Fladungen » Bedeutende Bäume » BRD » Hessen » Südhessen » Rheingau-Taunus-Kreis
Schwarzpappel in Ruedesheim am Rhein
Rheingau-Taunus-Kreis
Alter: 121 Jahre (2009)
Taille: 7,57 m (2007)
Umfang: 7,85 m (2007)
Diese mächtige Schwarzpappel begann im Jahr 1888 als winziger Keimling. Zweijährig wurde sie als eine von vielen im Jahr 1890 ausgepflanzt, entlang des Rheinufers sollte eine Allee entstehen. Durch »Eisgang« (treibende Eisschollen) auf dem Rhein wurde die Pflanzung 1893 zerstört. Nur diese eine Pappel, so die Informationstafel am Baum, hat überlebt. Mit durchschnittlich 6,6 cm Umfangszuwachs ist sie bis heute zu einem großartigen Exemplar herangewachsen. Der Stamm trägt 7 starke Äste.
Quellen: Bei der Beschreibung bedeutender Bäume in Hessen folge in den beiden Büchern:1. BERND ULLRICH, STEFAN KÜHN, UWE KÜHN: Unsere 500 ältesten Bäume. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG 80797 München2. Hans-Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen - Band 1 Hessen

Dichtung

Wie viele ander Bäume auch hat die dicke Stieleiche am Waldrand bei Fladungen einen Dichter angeregt. Ein Holzschild im Gebüsch versteckt verkündet seinen Text:

Deutsche Eiche, sturmesharte
wohl ein Jahrtausend stehst du
allhier auf deiner hohen Warte
und siehst dem Lauf der Zeiten zu
O, stünd dir neben deinem Rauschen
noch eine Stimme zu Gebot
gern wollt ich deinen Worten lauschen
vom Morgen- bis zum Abendrot
Ullrich Emmert (? unleserlich)

Bei Geocachern ist dieses "Gedicht" bekannt und die Eiche offensichtlich ein beliebtes Ziel.