Samuel Beckett Das letzte Band und Glückliche Tage
Zwischen Schweigen, Sprechen und Einsamkeit
Einsamkeit, Trauer, ein Rückblick und ein allzu tiefer Einblick in das Leben, welches zum sinnlosen Dahinvegetieren verkommen ist. Samuel Beckett, der mit dem Theaterstück Warten auf Godot 1953 berühmt wurde, führt auch in dem Stück Das letzte Band die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz vor. Er nimmt seinen Figuren alles: Halt, Zuversicht, die Hoffnung und nicht zuletzt die Liebe. Zurückgeworfen auf sich selbst beschränkt sich die einzige Tätigkeit des kauzigen Schriftstellers Krapp auf das Abspielen eines Tonbands, in dem er sein Leben dokumentiert.
Auch das zweite Stück Glückliche Tage dreht sich um Einsamkeit und Leere im menschlichen Dasein, wenn die altersschwache Protagonistin Winnie sich in ihren Monologen aus der inneren Isolation zu befreien versucht.
Theaterensemble Interkulturelle Bühne
Eindrucksvoll und tiefsinnig sind diese beiden Stücke, die das Theaterensemble Interkulturelle Bühne im Heinrich-Heine-Club Offenbach aufführte. Mit Martin F. Herndlhofer und Thorsten Blume in Das letzte Band.
In Glückliche Tage spielten Anette Quentel, Reiner Hörger, Laura Schleich und Sonja Sickert.
Beide Stücke wurden von Michael Becker inszeniert.
Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club am 10.10.2016.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

