Linden in Zwiefalten Vogelsberg
Die beiden (Sommer-)Linden in Zwiefalten stehen in Schotten im südlichen Vogelsbergkreis in der Nähe des ehemaligen Jagdschloss Zwiespalten. Beide Bäume sind Naturdenkmale.
Die Stämme waren schon vor über 30 Jahren von Innen hohl. Damals betrugen die Umfänge 3,50 bzw 4,00 Meter. Heute hat der südliche Baum einen Umfang von 5,20 Metern in einer Höhe von 1,30 Metern. Dabei wurde der tote Stammrest der einen Stammhälfte mit gemessen. Dieser Stammrest war 30 Jahren noch aktiv und trug Laub. Ohne diesen Stammrast beträgt der Umfang der restlichen Stammhälfte 4,23 Meter. Der nördliche Baum wurde nicht vermessen, da im unteren Stammbereich sehr viele teils kräftige Triebe wachsen.
Der südliche Baum stand zum Fototermin in voller Blüte. Die Befruchtungsarbeit war deutlich zu hören. Der nördliche Baum ist etwas später dran.
Sie werden schon mitte der 80-er Jahres des 20. Jh. von Prof. Dr. Hans Joachim Fröhlich (ehem. Leiter der Hessischen Staatsforstverwaltung) in seinem Bildband Alte liebenswerte Bäume in Hessen 1) beschrieben (alte Rechtschreibung, Hervorhebungen von mir):
"Die Linden stehen an der Schneise zum Jagdschloß Zwiefalten und sind Reste einer alten Lindenallee, die das Schloß mit dem Wald verband. Der Landgraf Ernst Ludwig ließ 1723 das Jagdschloß an der großen Handels- und Heerstraße von Frankfurt nach Fulda errichten und verlegte mit seinem zahlreichen Gefolge seinen Jagdsitz nach Zwiespalten. Auch sein Sohn Ludwig VIII. bejagde von hier aus den Vogelsberg. Die Bewohner der umliegenden Dörfer wurden in erheblichem Umfang zu Jagd-, Spann- und Handdiensten verpflichtet, so daß viele abwanderten. Um 1770 gab Ludwig der IX. den Hofjagdbetrieb auf, 1829 wurde das Schloß für 2345 Gulden versteigert und steht seit 1866 im Besitz der Familie Fischer. Alte Bäume umgeben das Schloß."
- Hans Joachim Fröhlich, Alte liebenswerte Bäume in Hessen, Pro Terra Verlag München 1984, ISBN 3-924990-00-x (vergriffen)
Neuerdings wird das Hofgut genutzt vom Gestüt Jagdschloß Zwiefalten und vom Reitclubs Jagdschloss Zwiefalten.
Beiträge zum Thema Baum befinden sich hier.
Alter: 121 Jahre (2009)
Taille: 7,57 m (2007)
Umfang: 7,85 m (2007)
Diese mächtige Schwarzpappel begann im Jahr 1888 als winziger Keimling. Zweijährig wurde sie als eine von vielen im Jahr 1890 ausgepflanzt, entlang des Rheinufers sollte eine Allee entstehen. Durch »Eisgang« (treibende Eisschollen) auf dem Rhein wurde die Pflanzung 1893 zerstört. Nur diese eine Pappel, so die Informationstafel am Baum, hat überlebt. Mit durchschnittlich 6,6 cm Umfangszuwachs ist sie bis heute zu einem großartigen Exemplar herangewachsen. Der Stamm trägt 7 starke Äste.
Quellen: Bei der Beschreibung bedeutender Bäume in Hessen folge in den beiden Büchern: 1. BERND ULLRICH, STEFAN KÜHN, UWE KÜHN: Unsere 500 ältesten Bäume. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG 80797 München 2. Hans-Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen - Band 1 Hessen

