Vom Lieben und Lassen

Gedichte und Chansons von Mascha Kaléko

Am 14.11.2016 präsentierten Gisela Pabel-Rüger (Rezitation und Gesang), Renate Brinkmann (Biografisches) sowie Isabella Kreith (Klavier) Gedichte und Chansons von Mascha Kaléko im Theateratelier Bleichstraße 14H in Offenbach.

Im Wechsel von biografischer Erzählung, Lesung und Chansons entfalteten die Darsteller ein künstlerisches Leben vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts: Mascha Kaléko, 1907 in Galizien (heutiges Polen) als Golda Malka Aufen geboren, erlebt früh den kriegsbedingten Verlust der Heimat. Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts wird sie in Berlin für ihre Alltagslyrik als Großstadt-Nachtigall gefeiert.

Sie wird als weiblicher Kästner bezeichnet und ordnet sich selbst in die Tradition Heinrich Heines ein. Die Naziherrschaft beendet ihre künstlerische Tätigkeit, sie wandert mit ihrer Familie in die USA aus. Emigration und Heimatlosigkeit prägen die späteren Gedichte, aber auch die Liebe zu Ehemann und Sohn. Nach dem Krieg erlebt sie ein kurzes Comeback in Deutschland. Anfang der 60er Jahre siedelt die Familie nach Israel über, wo sich Mascha aber nicht zu Hause fühlt. Sie macht weiter viele Europareisen, dann rauben ihr aber weitere Schicksalsschläge Kraft und Gesundheit. Sie stirbt 1975 in der Schweiz. Auf dem jüdischen Friedhof Zürich-Friesenberg befindet sich ihr Grab.

Gisela Pabel-Rüger, schon lange mit Gedichten von Mascha Kaléko vertraut, trug mit Unterstützung von Renate Brinkmann eine erlesene Auswahl von Gedichten und Texten vor, in denen sich Klugheit und Sprachwitz, Melancholie und Sehnsucht, aber auch Heiterkeit und Ironie widerspiegeln. Die ausgewählten Chansons sind überwiegend in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre entstanden und wurden damals von Hanne Wieder gesungen.

Isabella Kreith, an der Hochschule in Wien ausgebildet, begleitete am Piano. Bekannt ist sie auch als Pianistin des Anais-Trios und des Duos Wie es uns gefällt.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club Offenbach und der GEW Stadt Offenbach.

Kleinstadtlärche

Fotos
Saviye Can-5
Rose & Nachtigall Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can

Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.

Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)

Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club -  verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.

Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:

Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.