Erich Mühsam, Dichter, Bohèmien, Revolutionär…

Kein Schlips am Hals, kein Geld im Sack …

Eine literarisch-musikalische Lobeshymne mit dem Schauspieler und Sänger Erich Schaffner. Begleitung am Klavier: Georg Klemp

Erich Mühsam, geboren in Berlin am 6. April 1878, war ein anarchistischer deutscher Schriftsteller, Publizist und Antimilitarist. Als politischer Aktivist war er maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde, aus der er nach fünf Jahren im Rahmen einer Amnestie frei kam. In der Weimarer Republik setzte er sich in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener ein.

In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und am 10. Juli 1934 von der Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet.

Erich Mühsam, prominentestes Todesopfer des Konzentrationslagers Oranienburg, gehörte nicht zufällig zu den ersten Opfern des Hitler-Regimes. Als Gegner des Ersten Weltkriegs und Mitbegründer der Münchner Räterepublik von der extremen Rechten als "Novemberverbrecher" gebrandmarkt, war er seit langem als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus bekannt und rief bis zuletzt zum Kampf gegen den Faschismus auf.

Als Kämpfer für die "Unterdrückten, Leidenden, Enterbten" wird er von seinen Mitstreitern beschrieben, als "der typische fortschrittliche jüdische Intellektuelle", als "Repräsentant des modernen Kulturmenschen", als "Feind allen Philistertums" mit Humor von schneidender Schärfe und als Anwalt der Menschlichkeit.

Warum ich Welt und Menschheit nicht verfluche?
Weil ich den Menschen spüre, den ich suche.

Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club am 08.09.2014.

Fotos
Saviye Can-5

Rose & Nachtigall

Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can

Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.

Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)

Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club -  verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.

Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:

Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.