Der Großinquisitor

Ernst Pilick spricht F. M. Dostojewski

Die berühmte Legende vom Großinquisitor aus Fjodor Dostojewski Roman Die Brüder Karamasow handelt in der Zeit der schrecklichen Inquisition in Spanien.

Nach mehrfachen Auftritten in den letzten Jahren beim Heine-Club glänzt diesmal der faszinierende Schauspieler in einer beeindruckenden Charakterrolle und liefert damit ein Glanzstück szenischer Vortragskunst!

In Sevilla im 16. Jahrhundert wurden Hunderte von „Ketzern“ verbrannt, denen Christus in seiner Barmherzigkeit erscheint. Daraufhin lässt der Kirchenfürst den wundertätigen Messias von seiner Wache ergreifen und in einen düsteren Kerker werfen. Dort, in einer Mönchskutte, hält der Großinquisitor seine Anklage. In diese Rolle schlüpft der 86-jährige Schauspieler und Rezitator Ernst Pilick mit eindrucksvoller Mimik, Gestik und emotionaler Ergriffenheit, der sich wechselnd und voller Emotionen mal weinerlich und mal rechthaberisch darstellt.

Eine der dunkleren Episoden der spanischen Geschichte ist die Inquisition, die über 350 Jahre anhielt. Diese Ära war geprägt von scharfer Zensur, Paranoia, Folter, Vertreibung, Ketzerverbrennungen und Verfolgung aller Gegner und Zweifler der Prinzipien der katholischen Kirche. Die Inquisition in Spanien begann 1478 und
dauerte bis 1834.

Die szenische Lesung aus der von Rudolf Kassner vorgenommenen Übersetzung findet mit freundlicher Genehmigung des Suhrkamp-Verlages Berlin statt.

Eine Veranstaltung des Heinrich-Heine-Club am 07.04.2014.

Fotos
Ulrike Happel liest Heinrich Heine

Rose & Nachtigall

Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can

Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.

Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)

Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club -  verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.

Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:

Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.