Liebesgedichte und Liebesszenen von William Shakespeare
gespielt von Barbara Englert
Wie kein anderer Dichter schildert Shakespeare die Verstrickungen der Liebe in all ihren erfahrbaren Aspekten und allen Schattierungen. Ihm ist ihre launige, seelenvolle und glückliche Seite ebenso nah wie ihre Nachtseite: die rein sexuelle und berechnende Liebe; Betrug, Krankheit und Wahnsinn.
Wie besonders berührend in Romeo und Julia dargestellt, überdauert ihre Liebe den Tod, bewirkt die Versöhnung der zerstrittenen Familien und schafft eine bessere Zukunft, in der es für menschliche Gefühle wieder einen anerkannten und geschützten Bereich geben wird.
Einen besonderen Akzent setzt die Frankfurter Schauspielerin und Regisseurin Barbara Englert auf die Darstellung der vergnüglichen Liebesverwirrungen, die in Shakespeares Komödien entstehen, wenn Mädchen sich als Jungen und Jungen sich als Mädchen verkleiden. Wer sich da in wen verliebt und warum, ob es überhaupt auf die Konstellationen der 'richtigen' Geschlechtszugehörigkeit ankommt oder auf die Liebe an sich, gleichgültig, in welches Gewand sie sich hüllt, findet das Publikum dabei selbst heraus.
Die Veranstaltung endete mit einem Gespräch mit Barbara Englert.
Rose & Nachtigall
Zwischen damals & heute - Lesung mit Werken von Heinrich Heine und Safiye Can
Sowohl in der Lyrik Heines als auch in der Safiye Cans ist die Verbindung von Rose und Nachtigall ein zentrales Motiv. Heinrich Heine, der sich selbst als entlaufener Romantiker bezeichnete, parodierte dieses Liebessymbol häufig. Während das Motiv von Nachtigall und Rose bei Heine also ein Relikt aus der Romantik ist, stellt es für Safiye Can als Gegenwartslyrikerin ein Sehnsuchtsmotiv ganz anderer Art dar. Beim Heine-Club stellte sie ihren ersten Gedichtband „Rose & Nachtigall“ vor. Mittlerweile ist die dritte Auflage erschienen.
Die junge Autorin ist Tscherkessin. Geboren ist sie jedoch in Offenbach am Main. Aufgewachsen ist sie mit drei verschiedenen Kulturen. In ihrer Lyrik verbindet sie diese verschiedenen Traditionslinien. Nachtigall und Rose sind in ihren Werken mehr als nur das Motiv der Liebenden. Sie verkörpern auch einen Sehnsuchtsort, von dem das lyrische Ich so weit entfernt ist. (Autorenseite)
Die Lyrik Heines - vorgetragen von der Schauspielerin Ulrike Happel vom Theaterensemble Bleichstraße 14 H sowie von Marcus Plath und Günther Diehl vom Heine-Club - verband sich mit der modernen Lyrik Safiye Cans.
Die Pianistin Mika Degaïta und der Klarinettist Heinz Hepp bereicherten die Lesung. Sie präsentierten Musikstücke rund um das Thema Liebe sowie klassische Heine-Vertonungen aus Robert Schumanns Zyklus „Dichterliebe“.Rose und Nachtigall:
Eine gemeinsame Veranstaltung von (28.05.2015): GEW Stadt Offenbach und Heinrich-Heine-Club.

